Potentielle Netzerweiterungen bei Niederflur

In einem offenen Brief an die Abgeordneten der Regionsversammlung Hannover stellt das Bündnis Zukunft Stadtbahn die Vorteile eines vernetzten ÖPNV mit Niederflur vor.

Es geht darum, die Zukunftsfähigkeit und die Ausbaumöglichkeiten des Nahverkehrsnetzes in Hannover zu erhalten. Benötigt werden Alternativen, wo das vorhandene Tunnelsystem absehbar an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

AN DIE ABGEORDNETEN DER REGIONSVERSAMMLUNG HANNOVER

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der barrierefreien Lösung für die Linie 10 geht es nicht um die einfache Realisierung des letzten Abschnitts eines bisher erfolgreichen Stadtbahnmodells, sondern um ein zukunftstaugliches, in Baustufen zu erweiterndes und vernetzbares, öffentliches Nahverkehrssystem, das auf die gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels flexibel reagieren und adäquate Antworten finden kann.

Klimaschutz und Energiekonversion werden in den nächsten Jahrzehnten gravierende Veränderungen erfordern. Für die stadträumliche Entwicklung Hannovers ist eine steigende Tendenz zur Binnenentwicklung mit Umnutzungen, Umbauten und Nachverdichtung wahrscheinlich. Energieaufwändige Siedlungs- und Verkehrsarten werden zunehmend an Attraktivität verlieren. ÖPNV und Fahrradverkehr werden weit größere Verkehrsanteile übernehmen bzw. zu übernehmen haben als bislang vorgesehen. Auf diese und weitere unvorhergesehene Entwicklungen muss das Stadtbahnsystem durch Anpassungen und Erweiterungen reagieren können. Eine Niederflurbahn ist ein flexibles System, das solche Optionen offen hält, denn Anpassungen und Erweiterungen sind im Gegensatz zum bestehenden Hochflurnetz stadt- und zugleich kostenverträglich zu realisieren.

Vorteile eines vernetzten ÖPNV mit Niederflur

Ein die bestehende Stadtbahn ergänzendes oberirdisches Niederflur-System kann folgende Funktionen übernehmen und damit das Stadtbahnsystem und den ÖPNV insgesamt stärken und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Straßenräumen wesentlich beitragen:

Ein Niederflurnetz kann Tunnelstrecken entlasten, die bei zukünftiger Fahrplanverdichtung schon bald an Kapazitätsgrenzen stoßen werden. Beispielsweise könnte der C-Tunnel im Ostabschnitt (Marienstraße), der vier Linien bündelt, mit einer NF- Strecke, die über Berliner Allee / Zoo und HCC anbindet, entlastet werden.

Ausgewählte, überlastete Buslinien können auf NF-Bahnbetrieb umgestellt werden und damit Attraktivität und Betriebswirtschaftlichkeit der ÜSTRA erhöhen.

Optimierte Umsteigemöglichkeiten zwischen S-Bahnhöfen und einem erweiterten Stadtbahnnetz können zu einer Entlastung des Hauptbahnhofes beitragen und Verkehre entzerren.

Eine stadtangepasste Einrichtung einer NF-Bahn in Stadtstraßen, z.B. der Sallstraße, kann dazu beitragen, Autoverkehr zusätzlich zum Zukunftstrend zu reduzieren und damit auch Spielraum für eine wünschenswerte, städtebauliche Aufwertung des öffentlichen Raumes in Hannover zu schaffen.

Wir empfehlen deshalb: Unterstützen Sie in der Abstimmung in der Region Hannover die Niederflur-Lösung für die Linie 10.

Für das Bündnis „Zukunft-Stadtbahn“,

  • VCD Dr.-Ing. Cay Lienau
  • BIU Dr. Thomas Schwartz
  • SRL Karin Kellner

Und Einzelpersonen wie

Dr. Dieter Apel (Stadt- und Verkehrsplaner), Dr. Rudolf Menke (Verkehrsplaner), Prof. Dr. Eckart Güldenberg (Stadt- und Regionalplaner), Dr. Daniel Gardemin (Sozialwissenschaftler), Ernst Barkhoff (ehem. Ratsherr), Sonja Eick (ehem. Bezirksbürgermeisterin im Stadtbezirk Mitte)

Karin Kellner, Thomas Schwartz, Cay Lienau