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Pressemitteilung (24.07.14): Infra veröffent­licht Design-Entwürfe von Hoch­bahn­steigen

von Jens Pielawa (Kommentare: 0)

Infra veröffentlicht Design-Entwürfe von Hochbahnsteigen der D-Linie:
Fragwürdige Visualisierungen und Fakten

Die Infra hat am 23. Juli Design-Entwürfe der drei neuen innerstädtischen Hochbahnsteige der D-Linie »Steintor«, »Hbf./Rosenstraße« und »Hbf./Raschplatz« vorgestellt. Visualisierungen von hannoverschen Architekurbüros zeigen die neu geplanten Dachaufbauten der Haltestellen.

Die in der hannoverschen Presse vorgestellten Visualisierungen beinhalten jedoch perspektivische Fehler und halten sich nicht an die zugrunde liegenden Pläne, die die Infra vor einigen Tagen ebenfalls öffentlich gemacht hat (siehe Pressemitteilung vom 16.07.: http://www.pro-d-tunnel.de/einzelnachrichten/items/pressemitteilung-140716-plaene.htm).

Bei der Darstellung des Bahnsteigs »Steintor« werden die vorhandenen Straßen nicht dargestellt und flächig durch eine Fußgängerzonen-Pflasterung ersetzt. Zudem stehen am linken Bildrand Bäume auf der nicht vorhandenen Straße – genau dort, wo eine Bushaltestelle für die Linien 300, 500 und 700 vorgesehen ist. Insgesamt ist das dargestellte Bauwerk mit den vorgelegten Plänen räumlich und darstellerisch nur wenig vereinbar.

Die vorgestellten Bahnsteig-Dächer müssen im realen Betrieb einen ausreichenden Wetterschutz beweisen. Wie berichtet kann es auf den neuen Hochbahnsteigen zu Spitzenzeiten voll werden, weswegen eine großzügige Abdeckung der Wartefläche wünschenswert ist. Fraglich ist deswegen, ob die „kantige Wolke“ (Bahnsteig »Hbf./Rosentraße«) vom Architekt Bernd Müller mit seinen hoch angesetzten schrägen Flächen ausreichend vor Wind und Wetter schützt. Außerdem scheint dieses »Sonnensegel« nur maximal die Hälfte des Bahnsteigs bedecken. Beim Bahnsteig »Steintor« wird die Abgangstreppe zur darunterliegenden U-Bahn-Station sogar überhaupt nicht überdacht. Umsteiger werden somit unnötig den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Design darf sich auch in diesen Fällen nicht vor Funktionalität oder zum Wetterschutz für die Fahrgäste stellen.

Die angegeben Kosten für die Bahnsteige sind hinterfragungswürdig. Besonders für den Endpunkt »Raschplatz« werden Gesamtkosten für den Bahnsteigbau von 1,9 Mio € aus dem Planungskreis genannt. Die Presse berichtet von 400.000 €.

Nicht zuletzt gab es zuvor aus dem Planungskreis gestalterisch wesentlich elegantere und städtebaulich ansprechendere Entwürfe. Die Transtecbau hatte den Bahnsteig »Steintor« z. B. mit einem elegant geschwungenem weißen Dach versehen, eine zweite schwarz-gelbe Mendini-Haltestelle mit großzügigen Glasdächern visualisiert oder gar mit einer Backstein-Wartehalle die Architektur des Anzeiger-Hochhauses von Fritz Höger aufgenommen. Hinter diesen Vorschlägen fällt das gestern vorgestellte Design jedoch weit zurück.

In den sozialen Netzwerken machen die Bürgerinnen und Bürger nach der Vorstellung der Entwürfe weiterhin relativ deutlich ihrem Ärger über die Planung zur D-Linie Luft. Dass sich die Medien bei der Berichterstattung übrigens weiterhin des Begriffes »D-Linie« aus der Planungszeit des U-Bahnnetzes bedienen und das sperrige Unwort »Projekt Zehn Siebzehn« meiden, ist zum Schluss die Anekdote, dass die teure Werbekampagne des letzten Jahres keine Wirkung gezeigt haben dürfte.

Kontaktadresse:

Initiative Pro D-Tunnel e. V., Jens Pielawa, H.-Heine-Straße 21, 30173 Hannover, pielawa@pro-d-tunnel.de

Herausgegeben am 24. Juli 2014 • V.i.S.d.P.: Jens Pielawa

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