Niederflur-Fakten: Folge 1

Deutsch: Neues Rathaus Hannover

Ob der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit Stadtbahnen in Hannover weiter ausgebaut werden kann, wird immer heftiger diskutiert. Sachfremde Interessen und die abenteuerlichsten Behauptungen verstellen den Blick auf die wirkliche Entscheidung: In welcher Stadt wollen wir und unsere Kinder morgen leben? Und wie wollen wir uns in unserer Stadt bewegen? Höchste “Eisenbahn”, einige Irrtümer zu korrigieren:  Weiterlesen

»Hochbahnsteig, nein danke!« auch in Bielefeld

die Bahn kommt

Foto: Heinz Wille via Flickr

Auch Bielefeld steht aktuell vor der Entscheidung, ihr Stadtbahnnetz mit einer neuen Linie in Hochflur- oder Niederflurtechnik zu erweitern. Genau wie in Hannover lehnen auch dort die betroffenen Anwohner Hochbahnsteige ab. Die Bürger wünschen sich “… eine Niederflurtechnik – eben eine klassische Straßenbahn.” zitiert das Westfalenblatt die Siedlungssprecherin Helga Sielemann. In Bielefeld bevorzugt man eine wohn- und sozialverträgliche Umsetzung.

Anders als in Hannover zeigt sich die dortige Verwaltung dem Bürgerwillen gegenüber deutlich aufgeschlossener. “Oberbürgermeister Pit Clausen nannte die Argumente nachvollziehbar und lobte die »Scholle«-Mitglieder dafür, dass diese ihre Wünsche »selbstbewusst zu einem frühen Zeitpunkt« einbrächten: »Nur so kann das beste Ergebnis für alle gefunden werden.« Dieses Ergebnis solle eine »verträgliche Lösung« sein: »Und auf Dauer Mobilität sichern helfen.«” berichtet das Westfalenblatt weiter.

WESTFALEN-BLATT: Bielefeld – »Hochbahnsteig, nein danke!«.

Niederflur barrierefrei

Überall dort, wo in Hannover die Stadtbahnen zumindest durch die drei großen Tunnel fahren, ist eine Entscheidung für Hochflurwagen mit Hochbahnsteigen selbstverständlich. Für die D-Linie gilt das nicht. Sie fährt durch enge Fußgängerbereiche wie z.B. in der Limmerstraße/Linden. Hochbahnsteige schaffen hier Barrieren anstatt sie abzubauen, denn sie gehen Fußgängerinnen und Fußgängern bis zu Hüfte. Niederflurbahnsteige dagegen können am Straßenrand in die Bürgersteige integriert werden – sie schaffen einen barrierefreien Zustieg praktisch vom Gehweg und niemand muss umständlich die Rampen der Hochbahnsteige nutzen.

Auch für Menschen mit Behinderungen bieten Niederflurbahnsteige einen größeren Komfort und sind ein Meilenstein für ihre selbstbestimmte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Sie müssen mit einem Rollstuhl keine Rampe überwinden. Niederflurbahnsteige können als angehobene Bürgersteige gestaltet werden. Damit ist der Zugang auf den Bahnsteig außerordentlich bequem.

Auch beim Sicherheitsaspekt gibt es beim Niederflursystem keine Abstriche. Die Haltestellen bleiben sichere Aufenthaltszonen für alle Fahrgäste. Zum Beispiel gibt es für sehbehinderte Menschen Markierungen im Bodenbelag, die Menschen die Zugänge zum Bahnsteig erleichtern.

Hochbahnsteige – Aber wann?

Aktuell sind von den rund 300 Haltestellen des Stadtbahnnetzes in der Region Hannover knapp 60 nicht im Hochflurstandard ausgebaut. Wenn man das bisherige Tempo der Errichtung von Hochbahnsteigen auch für die Zukunft voraussetzt, dauert ein Vollumbau noch etwa bis ins Jahr 2036.

Die Finanzierung der Umbauten ist (wie allgemein für Nahverkehrsinvestitionen) für den Zeitraum nach 2019 ungeklärt.