Niederflur barrierefrei

Überall dort, wo in Hannover die Stadtbahnen zumindest durch die drei großen Tunnel fahren, ist eine Entscheidung für Hochflurwagen mit Hochbahnsteigen selbstverständlich. Für die D-Linie gilt das nicht. Sie fährt durch enge Fußgängerbereiche wie z.B. in der Limmerstraße/Linden. Hochbahnsteige schaffen hier Barrieren anstatt sie abzubauen, denn sie gehen Fußgängerinnen und Fußgängern bis zu Hüfte. Niederflurbahnsteige dagegen können am Straßenrand in die Bürgersteige integriert werden – sie schaffen einen barrierefreien Zustieg praktisch vom Gehweg und niemand muss umständlich die Rampen der Hochbahnsteige nutzen.

Auch für Menschen mit Behinderungen bieten Niederflurbahnsteige einen größeren Komfort und sind ein Meilenstein für ihre selbstbestimmte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Sie müssen mit einem Rollstuhl keine Rampe überwinden. Niederflurbahnsteige können als angehobene Bürgersteige gestaltet werden. Damit ist der Zugang auf den Bahnsteig außerordentlich bequem.

Auch beim Sicherheitsaspekt gibt es beim Niederflursystem keine Abstriche. Die Haltestellen bleiben sichere Aufenthaltszonen für alle Fahrgäste. Zum Beispiel gibt es für sehbehinderte Menschen Markierungen im Bodenbelag, die Menschen die Zugänge zum Bahnsteig erleichtern.

Niederflur lohnt sich

GegnerInnen der Niederflurvariante sagen: „Niederflur ist zu teuer“. Der Hintergrund: Für Niederflur benötige man einen kompletten Werkstattumbau für die Wartung der Niederflurwagen. Betrachtet man ausschließlich die Strecke vom Raschplatz bis nach Ahlem macht diese Investition die Niederflurbahnen teurer. Doch begreift man diesen Streckenabschnitt als ersten Baustein eines zweiten ergänzenden Stadtbahnsystems relativiert sich dieses Argument sehr schnell.

Denn eines ist klar: Das Stadtbahnnetz muss ausgebaut werden. Nicht nur weil wir uns zu einer CO2-Reduzierung verpflichtet haben, sondern weil die Nachfrage im Personennahverkehr steigen wird. Und Streckenerweiterungen haben ihre Wirtschaftlichkeit auch schon in der Vergangenheit bewiesen. Um diesem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, müssen Strecken komfortabel und kundenfreundlich ausgebaut werden.

Damit wird aus einem Werkstattumbau eine Anfangsinvestition, die sich bei zusätzlichen Streckenerweiterungen lohnt, weil sich diese Einmalkosten auf ein größeres Netz und mehr Niederflurbahnen verteilen.

Hochbahnsteige – Aber wann?

Aktuell sind von den rund 300 Haltestellen des Stadtbahnnetzes in der Region Hannover knapp 60 nicht im Hochflurstandard ausgebaut. Wenn man das bisherige Tempo der Errichtung von Hochbahnsteigen auch für die Zukunft voraussetzt, dauert ein Vollumbau noch etwa bis ins Jahr 2036.

Die Finanzierung der Umbauten ist (wie allgemein für Nahverkehrsinvestitionen) für den Zeitraum nach 2019 ungeklärt.